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Chronik

Schützenjahr 1951

In der Generalversammlung am 7.Januar 1951 konnte der Kassierer berichten, dass im Jubeljahr 6.897,20 DM Einnahmen und 6.257,57 DM Ausgaben vorhanden waren, so dass ein Kassenbestand von 639,63 DM ausgewiesen werden kann. Die Haupteinnahmepositionen sind 1.400,- DM für die Schänke, 1.986,- DM Mitgliedsbeiträge, 110,- DM Platzmiete, 2.373.50 DM Eintrittsgelder und 406,40 DM Eintrittsgelder zum Schützenball. Die Hauptausgabepositionen betragen 578,50 DM für den Festwirt, 1.055,- DM für die Musik, 380,- DM Zeltmiete, 33,90 DM Vereinsbedarf, 600,- DM Hallenmiete für das Schützenfest und 200,- DM Hallenmiete für den Ball.Die Versammlung beschloss ferner, dass der Oberst und der Hauptmann nicht mehr am Königstisch mitfeiern. Der von einer Rom-Pilgerfahrt zurückgekehrte Schützenbruder Peter Kloke überreichte in der Versammlung das „Anno-Santo-Kreuz“ an die Schützenbruderschaft. Die Versammlung beschloss, dass das Kreuz alljährlich vom Schützenkönig neben der Schützenkette als sichtbares Zeichen der Verbundenheit zu den Historischen Deutschen Schützenbruderschaften getragen werden soll.

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Firmung am Sonnabend 5. Mai 1951:
Die Schützen holen den HH Weihbisschof Wilhelm Weskamp am Ortseingang bei der Leunebrücke ab

In der Versammlung am 23.Mai 1951 wurde beschlossen, dass das Königspaar einen Zuschuss von 250,- DM erhalten soll. Ferner wurde beschlossen, dass die Königin in Zukunft nur noch ein Festkleid für alle Schützenfesttage tragen dürfe. Verstöße gegen den Beschluss haben den Entzug von 150,- DM Vereinszuschuss zur Folge.Zum Schützenfest 1951 fand erstmalig die Totenehrung am Schützenfestsonntagmorgen nach dem Hochamt statt. Der Präses der Bruderschaft, Pfarrvikar Klein, hielt – wie in den beiden vorangegangenen Jahren – die Gedenkrede. Im Jahre 1950 war die Totenehrung bereits am Zapfenstreichabend erfolgt. Im Jahre 1949 und in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg wurde die Totenehrung fast ausschließlich am Sonntagnachmittag im Zusammenhang mit dem Umzug durch das Dorf durchgeführt.

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Firmung am Sonnabend 5. Mai 1951:
Oberst Schwarzenberg begrüßt den Bisschof

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Vogelschiessen 1951:Aufnahme auf dem Hof Franke-Hümeier.
Von rechts Leutnant Oskar Gilbert, die Fahnenoffizier Karl Willeke, Clemens Wirth und Josef Michels mit dem neuen Königsadler und zwei Armbrüsten

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Schützenfest 1951:Königspaar Johannes Huneke und Änne Koch(Bertram), von links:
Hauptmann Ernst Meyer, Offizier Josef Michels, Hofdame Wilma Koch(Bertram),
Adjudant Franz Tölle(Ilges), Pagen Magda Koch(Frees), Gerhard Vogt (Steinhöygger), Königspaar Huneke/Koch, Hofdame Josefine Timmer (Haxterberg), Adjudant Hubert Franke(Soppen),hintere Reihe die Fahnenoffizier Karl Willeke, Heinrich Meyer(Aßmann) und Franz Franke(Hümeier).

Der König des Jahres 1951 – Johannes Huneke- war der erste König, der das „Anno-Santo-Kreuz“ neben der im Jahr 1949 neu angeschafften Königskette (Die Königskette des Bürgerschützenvereins war in den Kriegswirren abhanden gekommen) tragen durfte. Am Schützenfestmontagmorgen wurden auch der 25jährige Jubelkönig Franz Menke und der 50jährige Jubelkönig Max Lüke mit dem Silbernen bzw. Goldenen Königsorden geehrt. Seit dem Neubeginn im Jahre 1949 werden der König, die Jubelkönige und die Prinzen mittels Orden, die in ihren Besitz übergehen, ausgezeichnet. Dieses war zur Zeit des Bürgerschützenvereins nicht der Fall. Orden wurden damals nicht überreicht, obschon mehrmals diesbezüglich unter anderem auch am 15. Januar 1922 ein entsprechender Beschluss gefasst wurde.
Seit dem Neubeginn des Schützenlebens im Jahr 1949 entwickelt sich der Zapfenstreichabend immer mehr zu einem Fest- und Tanzabend. Dieses war in den Jahren des Bürgerschützenvereins nicht der Fall. Die Tanzveranstaltungen waren hier ausschließlich auf das Vogelschießen und den Schützenfestsonntag und –montag beschränkt. Am Zapfenstreichabend saßen die Schützen in gemütlicher Runde zusammen. Frauen waren hier nicht zugelassen.Die Schänke zu den einzelnen Festen wurde im Laufe der Vereinsgeschichte an verschiedene Wirte vergeben. Doch neigte man seitens des Vereins dazu, möglichst die hiesigen Wirte zu berücksichtigen. Zu Zeiten des Bürgerschützenvereins wechselte die Schänke überwiegend zwischen den örtlichen Wirten Berlage und Amedieck. Es tritt jedoch auch die Familie Simon, die Familie Wibbe sowie insbesondere zu Beginn der 50er Jahre der Wirt der Bahnhofsgaststätte als Schänkenpächter in Erscheinung. Interessant erscheint in diesem Zusammenhang, dass zu Zeiten des Bürgerschützenvereins das Abendessen an den Festtagen wechselnd beim König bzw. bei der Königin eingenommen wurde. Trotz mehrerer Versuche seitens der jeweiligen Vorstände dieses zu ändern, änderte sich hieran im Laufe der Jahre nichts. Erst in den 50er Jahren wurde wohl auf Drängen der Wirte hin den Königspaaren auferlegt, das Essen in der Halle vom Festwirt zu nehmen. Am 22. Juli 1951 unternahm die Schützenbruderschaft einen Ausflug zum Liethberg zu ihren Ehrenoberst Franz Menke.

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Schützenfest 1951:von links: Heinrich Huneke, ehem. Vorstandsmitglied Josef Fahney, Wilhelm Kaulen, Hauptmann Ernst Meyer, König von 1898 Kaspar Koch, Ehrenoberst Franz Menke, Oberst Josef Schwarzenberg, ehem. Vorstandsmitglied und König 1902 Fritz Tingelhoff .

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Schützenfestmontag 1951:Das Königspaar Joh. Huneke/Änne Koch mit den Schülerinnen und Lehrerinnen der Frauenschule, sowie Oberst Schwarzenberg(rechts).



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Schützenfestmontag 1951:Ehrenleutnant Josef Baumhögger mit seinem Zug bei der Parade.

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Schützenfest:Montagsumzug 1951:Am Montag bilden die Schülerinnen und Lehrerinnen der Frauenschule den 3. Zug der Kompanie.

Nordborchener Schützenlied


Schützenlied der Nordborch´ner Schützen

1..
Im Paderborner Land,
da liegt ein Dörflein klein
Wo meine Wiege stand,
dort möchte ich immer sein.
Und wenn im Monat Mai,
das Schützenfest beginnt,
dann bin ich auch dabei,
weil wir so fröhlich sind.

Refrain:
Wir sind Nordborch´ner Schützen!
Hei! Wie die Kugeln flitzen!
Hell kracht der Schuss!
Mädchen ihr müsst uns lieben,
Weil wir Euch treu geblieben.
Gib mir noch einen Kuss!

2..
Der König hat gesiegt,
Wählt seine Königin.
Und die er dann gekriegt,
sie ist nach seinem Sinn.
Der Oberst gibt Befehl.
Die Pferde schwärmen aus
und Hörner klingen hell
weit über Hof und Haus.

Refrain:
Wir sind Nordborch´ner Schützen!

3.
Wir treten alle an
mit Eichenlaub geschmückt.
Dem Dorf sieht man es an,
dass wir heut ausgerückt.
Die Kompanie marschiert
im gleichen Schritt und Tritt
und wenn sie defiliert,
singt jedes Mädchen mit.

Refrain:
Wir sind Nordborch´ner Schützen!

4.
Was bei den Vätern Brauch,
dem bleiben stets wir treu,
und darum ist es auch
in jedem Jahr neu.
Wir stehen dafür ein,
ein jeder Mann für Mann,
wir Schützen im Verein,
dass jeder sagen kann

Refrain:
Wir sind Nordborch´ner Schützen!

Helmuth Teichler 1965

Kinderschützenfest 1950

1950 wurde anlässlich des nachgeholten 100 jährigen Jubiläums, das 1940 wegen des Krieges nicht gefeiert werden konnte,
ein Kinderschützenfest durchgeführt.
Kinderkönig wurde Franz Vogt(Steinhöygger)

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Kinderschützenfest 1950: Königspaar Franz Vogt(Steinhöygger) und Elisabeth Koch(Bertram) mit den Hofdamen (von links) Marita Koch(Dorfstraße) und Marielis Schäfer(Schobs).

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Umzug mit den Kindern, rechts Oberst Schwarzenberg.

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Kinderschützenfest 1950: Polonaise auf dem Hallenvorplatz, angeführt vom Oberst Schwarzenberg(links) und Hauptmann Ernst Meyer(rechts) Die Straße im Hintergrund ist die Wegelange!

Neubegin 1949

Am Sonntag, dem 20. März 1949, lud Herr Pfarrvikar Alwin Klein von der Kanzel aus zu einer Versammlung für den 23. März 1949 in die Gastwirtschaft Amedieck ein. Es war die erste Versammlung, die die Schützen und diejenigen Nordborchener, die Mitglied im Schützenverein werden wollten. nach der Generalversammlung vom 22. Mai 1938 wieder zusammenrief. In dieser Versammlung wurde die Umwandlung des bisherigen Bürgerschützenvereins in eine Schützenbruderschaft und der Beitritt zum Bund der Historischen Deutschen Sehützenbruderschaften beschlossen. Durch die gegebenen politischen Umstände blieb den Schützen keine andere Wahl. wenn man wieder ein Schützenfest feiern wollte. image Als Vereinsname wurde gewählt: „St. Sebastian-Schützenbruderschaft Nordborchen“. Zum 1. Vorsitzenden und Oberst wählte man den Landwirt Josef Schwarzenberg. König der Jahre 1928 und 1938. Zweiter Vorsitzender wurde Sägewerksbesitzer und Maschinenmeister Ernst Meyer. Es wurde ferner beschlossen, noch im Jahre 1949 ein Schützenfest zu feiern. Die Fahne sollte bei den Salzkotten er Franziskanerinnen repariert werden. Die Jahrgänge der aktiven Schützen wurden von bisher 18 bis 45 Jahre auf 18 bis 55 Jahre erhöht. Bei einer Hutsammlung kamen 40,71 DM für die Fahnenreparatur zusammen.Die nächste Versammlung fand am 29. März in der Gastwirtschaft Berlage statt. Dort beschloss man, an dem ersten Diözesantreffen der Schützenbruderschaften in Paderborn teilzunehmen. image In der Versammlung an 7. Mai 1949 wurde beschlossen, es beim bisheriger Jahresbeitrag von 3,—DM zu belassen, jedoch von einem Eintrittsgeld zum Fest von 1,— DM abzusehen. Zur Lieferung der neuen Mützen zum Preise von 7,— DM wurde der Firma Freundlich aus Paderborn der Auftrag erteilt. Die anwesenden Mitglieder des Spielmannszuges erklärten sich bereit, auch ohne Uniform an der musikalischen Gestaltung des Festes mitzuwirken. Der Zuschuss für das Königspaar sollte 100,— DM betragen. Ferner wurde beschlossen, dass der Kronprinz allein und der Apfel- und Zepterprinz zusammen je ein Fass Bier zu stiften hätten. In der Versammlung am 20. Mai 1949 wurde dem Bahnhofswirt Schulte die Schänke zum Preise von 800,— DM vergeben. Zum Schützenfestmontag sollte nach der kirchlichen Feier wieder ein Frühstück eingenommen werden. Als Musikkapelle wurde für Vogelschießen und Zapfenstreich die Kapelle Alfen und für die beiden Schützenfesttage die Kapelle Hohndorf aus Paderborn verdungen. Zwischenzeitlich war unter Leitung des Bürgermeisters und Vorstandsmitgliedes Heinrich Habig mit dem Bau einer neuen Halle begonnen worden. Als in der Versammlung am 20. Mai der Vorsitzende die Mitglieder aufforderte, sich freiwillig am Hallenbau zu beteiligen, meldeten sich nur 9 Mann, welches zur Folge hatte, dass am anderen Tag die Veteranen der Versammlung erschienen waren, um durch ihr tatkräftiges Eingreifen der Jugend neuen Auftrieb zu geben.

image Nach dem vorhergehenden Vogelschießen am 16. Juni wurde am 26./27. Juni das Schützenfest in der neuerbauten Gemeindehalle gefeiert. Die Schützenbruderschaft konnte In diesem Jahre erstmalig einen Mitgliederbestand von über 290 Schützen verzeichnen. Nach vielen Jahren der Abstinenz war sowohl das Vogelschießen als auch das Schützenfest ein Fest, welches in echter Freude gefeiert wurde. Am Zapfenstreichabend wurde der neuen Königin, Frau Therese Wiechers, ein Ständchen gebracht. Anschließend erfolgte beim Kriegerehrenmal die Begrüßung der Ehrenmitglieder und der Abmarsch zur Halle. Nach alter Tradition wurden am Sonntag die Fahne, der König und die Königin abgeholt. Hiernach fand am Kriegerehrenmal die Gedenkfeier für die Toten statt. image Nach dem Umzug durch das Dorf konnten Hunderte von Schaulustigen die Parade in Groben Wiese erleben. Nicht nur die Schützen mit ihren Angehörigen sondern viele Nichtmitglieder und Bewohner der Nachbarorte nahmen an dem Festgeschehen teil und waren gerne bereit, auch für den abendlichen Festball einen Eintritt von 50 Pfennigen zu zahlen. Am 23. Oktober (Sonntag) feierte die Bruderschaft ihren Schützenball. Zum Abschluss des Jahres 1949 konnte der Kassierer bei Einnahmen über 2.812,60 DM und Ausgaben über 2.605,05 DM einen Bestand in der Schützenkasse über 207,55 DM ausweisen.

Auszug aus der Chronik 1957

Aus gegebenem Anlaß wurde in der Generalversammlung am 13. Januar 1957 beschlossen, daß Prinzen, die ihren Verpflichtungen zur Stiftung eines Fasses Bier nicht nachkommen, ein Jahr lang vom Fest ausgeschlossen werden. Der bereits seit Jahren auf dem Festplatz vor der Gemeindehalle angebrachte Schießstand wird 1957 mit einem Kugelfang versehen, wie es die Vorschriften verlangen. Die Kosten hierfür betragen 650,25 DM.

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Am Schützenfestmontag, dem 17. Juni 1957, nahm zum letzten Male der Maidenzug der Frauenschule an dem Schützenumzug durch das Dorf sowie an den Festlichkeiten in der Halle teil. Seit Jahrzehnten war es ein schöner Brauch, daß die Lehrerinnen und Schülerinnen der Landfrauenschule (Mallinckrodthof) am Montagnachmittag und in den frühen Montagabendstunden an dem Fest teilnahmen. Es war immer wieder ein schönes Bild, wenn die Schülerinnen in ihrer Tracht sich als 3. Zug während des Umzuges in die Kompanie einreihten und es sich nicht nehmen ließen, auf der Paradewiese im Paradeschritt mit den Schützen vor dem Königspaar zu defilieren. An der Gestaltung des Festes in der Halle hatten sie großen Anteil. Die von den Schülerinnen dargebrachten Vorführungen fanden immer begeisterte Zuschauer. Leider konnte durch die immer geringer werdende Zahl der Schülerinnen eine Teilnahme in der bisherigen Form an dem Schützenfest nicht mehr stattfinden. Als in späteren Jahren nach Umwandlung der Schulform und der damit verbundenen Abschaffung der Trachten die Schülerinnenzahl wieder stieg, war eine Teilnahme dieser an dem Fest in der bisherigen Art wohl nicht mehr zeitgemäß. Nichtsdestoweniger waren die Lehrerinnen und Schülerinnen in den folgenden Jahren und sind es auch noch heute, wenn auch in Zivil, immer gern gesehene Gäste bei den Veranstaltungen der Schützenbruderschaft.